Babynamen
Müssen Geschwisternamen zusammenpassen? Einen Namen jenseits des Musters finden
Gleiche Anfangsbuchstaben, ähnliche Endungen oder ein familiärer Bezug können schön sein. So findet ihr heraus, welches Muster euch wichtig ist und wo Platz für einen Namen bleibt, den ihr für sich liebt.
Ihr habt einen Namen für euer nächstes Baby gefunden, den ihr liebt. Doch neben dem Namen eures älteren Kindes klingt er plötzlich ungewohnt: Passt das? Unser Ausgangspunkt ist: Aufeinander abgestimmte Namen sind eine Möglichkeit, keine Pflicht. Ihr dürft einen gemeinsamen Anfangsbuchstaben, einen ähnlichen Klang oder einen familiären Bezug schön finden, ohne damit jeden weiteren Namen festzulegen.
Hilfreicher ist die Frage: Was sollen diese Namen für uns gemeinsam haben? Damit lässt sich unterscheiden, ob eurem Favoriten etwas für euch Wichtiges fehlt oder ob er nur ein Muster durchbricht, das ihr nie bewusst festgelegt habt.
Welche Gemeinsamkeit ist euch wichtig?
„Die passen nicht zusammen“ kann vieles bedeuten. Vielleicht wirkt ein Name auf euch förmlich und der andere ungezwungen. Vielleicht haben zwei Kinder bereits denselben Anfangsbuchstaben. Oder ihr wünscht euch für jeden Namen einen Bezug zu einer Sprache, die in eurer Familie gesprochen wird. Benennt, was davon zählt, statt vom nächsten Namen Gemeinsamkeiten auf jeder Ebene zu erwarten.
- Ein sichtbares Muster: derselbe Anfangsbuchstabe, eine ähnliche geschriebene Endung oder eine Länge, die euch gefällt.
- Ein Klang, den ihr mögt: Namen, die beim Sprechen für euch sanft, lebhaft oder ruhig wirken.
- Ein persönlicher Bezug: ein Familienmitglied, eine Familiensprache oder eine Geschichte, an die ihr erinnern möchtet.
Das sind unterschiedliche Wünsche. Ein gemeinsamer Anfangsbuchstabe muss für euch nicht dasselbe Gewicht haben wie die Erinnerung an einen Menschen. Ihr könnt einen Bezug bewahren und einen anderen loslassen.
Probiert das Muster in eurem Alltag aus
Wenn ihr gleiche Anfangsbuchstaben mögt, schreibt die Namen probeweise auf zwei gedachte Jackenetiketten. Würdet ihr Sachen sonst nur mit einem Buchstaben kennzeichnen, überlegt, ob die ausgeschriebenen Vornamen für euch genauso praktisch wären. Das ist eine kleine Alltagsentscheidung, kein Grund, jeden Namen mit demselben Anfang auszuschließen.
Bei ähnlichen Endungen oder Klängen sagt jeden Namen einzeln und ruft sie dann nacheinander so, wie ihr normalerweise sprecht. Nehmt auch die vertrauten Namensformen dazu, die ihr tatsächlich verwenden möchtet. Gefällt euch die Wiederholung, oder wünscht ihr euch mehr Unterschied? Werden in eurer Familie mehrere Sprachen gesprochen, probiert es mit den betreffenden Personen und Aussprachen aus. Entscheidend ist hier nicht allein das Schriftbild.
Ihr müsst euch keinen neuen Spitznamen für euer älteres Kind ausdenken, damit ein vorgeschlagenes Paar funktioniert. Betrachtet den neuen Namen neben dem Namen, den dieses Kind bereits verwendet.
Auch verschiedene Stile dürfen euch gefallen
Vielleicht wirkt ein Name auf euch reich verziert und ein anderer schlicht, einer altmodisch und ein anderer frisch. Solche Eindrücke helfen euch, euren Geschmack zu beschreiben. Daraus muss keine Regel werden, dass Geschwisternamen derselben Stilrichtung angehören sollen. Wenn ihr beide einzeln weiterhin liebt, fragt euch, was euch an der Kombination konkret stört.
Seid bei kulturellen oder familiären Bezügen ebenso genau. Geht es euch um eine Sprache, die euch wichtig ist, um einen bestimmten Menschen oder um eine Namenstradition, die ihr bewahren möchtet? Sprecht direkt über diesen Wunsch. In einer frei erfundenen Familie könnte ein Kind nach einem Großelternteil benannt sein, während die Eltern den Namen des anderen einfach gern aussprechen. Ihr müsst keine gleich aufwendigen Geschichten erfinden, um beide Entscheidungen zu rechtfertigen.
Gehören zu eurer Familie Kinder, deren Namen in verschiedenen Haushalten gewählt wurden, begegnet den vorhandenen Namen mit Respekt. Der Name eines neuen Babys muss daraus keine nachträglich abgestimmte Gruppe machen. Auch bei Zwillingen lohnt es sich, jeden Vorschlag zunächst für sich zu betrachten.
Drei Zeilen: behalten, lockern, loslassen
Nehmt das Muster, das euch die Entscheidung erschwert, und schreibt drei Zeilen dazu. Die Übung soll klären, wie viel Einfluss dieses Muster haben darf. Sie vergibt keine Punkte für den besten Namen.
- Behalten: Welche Gemeinsamkeit wäre mir noch wichtig, wenn niemand die Namen unserer Kinder zusammen hören würde?
- Lockern: Welches Merkmal gefällt mir, wäre aber für einen Namen, den ich lieber mag, verhandelbar?
- Loslassen: Welche Regel befolge ich nur, weil wir es bisher zufällig so gemacht haben?
Kehrt nun zu eurem Vorschlag zurück. Könnt ihr beschreiben, was euch daran gefällt, ohne den Namen des Geschwisterkindes zu erwähnen? Sagt die Namen danach noch einmal zusammen. Entscheidet, ob ihr mit dem Unterschied gut leben könnt oder ob er einen Wunsch betrifft, für den ihr wirklich weitersuchen möchtet.
Erklärt jeden Namen mit etwas Positivem
Euer Geschmack darf sich verändern. Wenn ihr heute anders wählt, müsst ihr deshalb weder den Namen des älteren Kindes als Fehler darstellen noch euch für den neuen Namen als Ausnahme entschuldigen. Zum Beispiel: „Wir haben deinen Namen damals geliebt, und diesen mögen wir auch sehr. Jeden Namen haben wir für das Kind ausgesucht, das ihn tragen würde.“
Fragen Verwandte nach dem unterbrochenen Muster, kann eine kurze Antwort genügen: „Wir haben überlegt, dabei zu bleiben. Aber diesen Namen wollten wir wählen.“ Fragt ein älteres Kind nach dem Unterschied, lasst Raum für seine eigene Sicht, statt seine Gefühle vorauszusetzen. Ihr könnt eure Entscheidung erklären, ohne das Kind um Zustimmung zu bitten.