Familienleben
Als frischgebackene Eltern Freunde finden: Vom ersten Gespräch zum Wiedersehen
Eine passende Gruppe finden, ins Gespräch kommen und ein machbares Wiedersehen vorschlagen – mit Platz für unterschiedliche Zeitpläne, Budgets und Antworten.
Du hast dich mit einem anderen Elternteil gut unterhalten. Dann ist die Veranstaltung vorbei, jemand muss los, und es bleibt bei „Bis demnächst“. Wenn du die Person wiedersehen möchtest, kannst du ein kleines, konkretes Treffen vorschlagen. Ob daraus eine enge Freundschaft wird, musst du noch nicht wissen.
Suche einen Ort, an den du wiederkommen könntest
Schau nach einem offenen Elterntreff, einem Angebot für Familien mit Babys in der Bücherei oder einer Veranstaltung im Nachbarschaftszentrum. Prüfe, was es bei dir tatsächlich gibt. Wähle zunächst etwas, das zu deiner Zeit und deinem Budget passt. Du brauchst keinen vollen Kurskalender.
- Frage, ob neue Leute ohne Anmeldung kommen können, was die Teilnahme kostet und ob du früher gehen kannst.
- Prüfe, was für dich wichtig ist: stufenloser Zugang, Platz für den Kinderwagen, gesprochene Sprachen, Geschwisterkinder und Sitzmöglichkeiten.
- Steht in der Beschreibung „Mamas“, frage nach, an wen sich das Angebot richtet. Vielleicht suchst du gezielt einen Treff für Väter, Alleinerziehende, Regenbogenfamilien oder Menschen mit einer gemeinsamen Sprache.
- Lies bei Onlinegruppen die Regeln und schau, wie die Moderation mit respektlosen Beiträgen umgeht, bevor du Persönliches teilst.
Achte beim ersten Besuch darauf, ob neue Personen einbezogen werden und unterschiedliche Familien und Entscheidungen respektiert werden. Du kannst die Leitung bitten, dich jemandem vorzustellen. Wirkt die Gruppe abwertend, musst du ihr nicht noch mehrere Chancen geben.
Beginne mit dem, was ihr gerade gemeinsam erlebt
Ein schlichter Einstieg reicht: „Bist du zum ersten Mal hier?“ oder „Kennst du hier in der Nähe noch etwas, wo man ohne Anmeldung hingehen kann?“ Stell dich mit deinem eigenen Namen vor. Erzähle nach der Antwort auch etwas von dir, damit kein Frage-Antwort-Verhör entsteht.
Lass Raum für Themen jenseits des Babys: „Du hast erzählt, dass du gern kochst – was machst du besonders gern?“ Musik, Bücher, Orte im Viertel oder ein Hobby bieten Anknüpfungspunkte für später. Überlasse der anderen Person, wie persönlich sie werden möchte. Geburt, Ernährung des Babys und Familienverhältnisse müssen keine Einstiegsfragen sein.
Schlage etwas Konkretes vor
Wenn dir das Gespräch gefallen hat, versuch es mit: „Hättest du Lust, dich noch mal zu treffen? Ich könnte nächsten Donnerstag um zehn hier eine kleine Runde spazieren gehen, etwa eine halbe Stunde.“ Nenne eine Aktivität, einen Ort und eine Zeit, ohne eine Absage schwerzumachen. Das sind Beispiele, keine Terminvorgaben.
Frage vor dem Abschied: „Möchtest du meine Nummer, damit wir etwas ausmachen können?“ Du kannst deine anbieten, ohne die andere einzufordern. Frage nach, bevor du jemanden zu einem Gruppenchat hinzufügst. Wähle für ein erstes Treffen mit einer kaum bekannten Person einen öffentlichen Ort und teile nur persönliche Angaben, mit denen du dich wohlfühlst.
Eine Nachricht könnte lauten: „Hallo, hier ist Alex aus der Bücherei. Unser Gespräch über Bücher hat mir gefallen. Passt dir Donnerstag um zehn am Eingang für einen kurzen Spaziergang? Wenn nicht, ist das auch okay.“ Wenn ihr euch geeinigt habt, bestätigt den Treffpunkt und klärt, wie ihr euch bei einer Planänderung Bescheid gebt.
Halte den Aufwand überschaubar
- Kein Budget für Ausgehen: Schlage eine Parkbank oder ein kostenloses örtliches Angebot vor, dessen Bedingungen du geprüft hast. Ihr müsst keinen Kaffee kaufen.
- Wenig freie Zeit: Plane zwanzig Minuten vor oder nach etwas, das du ohnehin besuchst. Sage, wann du wieder gehen musst.
- Unter der Woche geht es nicht: Biete einen machbaren Wochenendtermin an, ohne häufige Treffen zu versprechen.
- Rausgehen ist schwierig: Vielleicht passen ein kurzes Telefonat oder gelegentliche Nachrichten für euch beide. Ein barrierefrei erreichbarer Innenraum kann eine Alternative zum Spaziergang sein.
Nimm die Antwort ernst, ohne Gründe zu erraten
Sagt jemand ab und schlägt eine andere Zeit vor, prüfe, ob sie für dich passt. Wird ein verabredetes Treffen abgesagt, könntest du schreiben: „Danke fürs Bescheidsagen. Ich würde dich weiterhin gern treffen. Melde dich mit einem passenden Tag, wenn es bei dir geht.“ Du musst nicht jeden Termin freihalten.
Wenn keine Antwort kommt, kennst du den Grund nicht. Wenn du möchtest, kannst du nach etwas Zeit einmal kurz nachfragen: „Ich wollte nur nachhören, ob du die Nachricht gesehen hast. Wenn es gerade nicht passt, ist das okay.“ Danach kannst du den nächsten Schritt der anderen Person überlassen. Auf ein klares Nein folgt keine weitere Einladung.
Nach einem schönen Treffen kannst du ein weiteres kleines Vorhaben vorschlagen oder ein gemeinsames Thema per Nachricht aufgreifen. Achte mit der Zeit darauf, ob der Kontakt für euch beide passt: ob beide zu Wort kommen und auch Nein sagen können. Eine vertraute Person in der Gruppe darf eine nette Bekanntschaft bleiben.